Sicherheitsschuhe im Fokus: Welcher Schuh für welchen Arbeitsplatz?


Sicherheitsschuhe und Berufsschuhe sind Teil der persönlichen Schutzausrüstung und verfügen über umfangreiche Schutzmechanismen.Wichtig ist, eine Reihe an Sicherheitsstandards einzuhalten, welche in Normen festgelegt sind. Sicherheitsschuhe finden in Berufsfeldern Anwendung, in denen der Träger Gefahren und Gefährdungen ausgesetzt ist. Dies gilt für alle Arten an Gefahren, die die Gesundheit beeinträchtigen können. Zudem schützen sie vor Stürzen und Ausrutschen.

Fußschutz ist aber nicht nur beim Personenschutz ein Thema. Es existieren auch Spezialschuhe, welche das Produkt oder die Räumlichkeiten vor Verunreinigung schützen – in Reinräumen unverzichtbar. Es handelt sich meist um dünne Überziehschuhe, welche direkt über die Sohle gezogen werden.

Sicherheitsnormen

Für optimales Zusammenspiel aus Sicherheit und Komfort existieren Normen und Klassen, welche die Schuhe in Kategorien einteilen und so die Auswahl vereinfachen. Die Normen beschreiben hierbei die Schutzmechanismen, welche gegeben sein müssen.

DIN EN ISO 20345 beschreibt Sicherheitsschuhe für hohe Beanspruchung, welche einer Stoßenergie von 200 Joule und einer Druckkraft von 1,5 Tonnen standhalten müssen. Des Weiteren muss eine Zehenklappe (meist in Form einer Metallverschalung) integriert sein.

DIN EN ISO 20346 steht für Sicherheitsschuhe für mittlere Belastungen und integrierter Zehenklappe. Die Schutzwirkung beläuft sich auf eine Stoßenergie von 100 Joule und einer Druckkraft von einer Tonne.

DIN EN ISO 20347 besagt, dass Berufsschuhe mit mindestens einem schützenden Bauteil ausgestattet sein müssen, jedoch ist eine Zehenklappe nicht zwingend erforderlich.

Diese Normen legen zusätzlich auch die Schuhformen fest und unterscheiden zwischen Halbschuh und Stiefel (niedrig, halbhoch, hoch und oberschenkelhoch). Ergänzt werden diese durch Attribute wie Wasserdichtheit, Durchtrittschutz oder Schnittfestigkeit.

Werden diese Normen beachtet, entsteht für jedes Tätigkeitsfeld eine dem Arbeitsschutz entsprechende Vorgabe.

Für jedes Einsatzgebiet der passende Schuh

Bei Sicherheitsschuhen wird zwischen einzelnen Gefährdungskategorien unterschieden. Schutz gegen mechanische Einwirkung ist bei der überwiegenden Mehrheit aller Anwendungsfälle die Grundvoraussetzung. Sie schließt Ursachen wie beispielsweise herabfallende Gegenstände, Sturz und Auftreffen mit der Ferse, Schnitte durch Kettensägen oder flüssiges Metall beziehungsweise Schweißspritzer mit ein.

Zusätzlich können durch bestimmte Arbeitsfelder spezielle Anforderungen entstehen. Bei Tätigkeiten an Stromleitungen und elektrischen Anlagen ist es notwendig, dass Stiefel gegen elektrische Spannung isoliert sind. Genau der gegenteilige Effekt ist Voraussetzung bei Arbeiten an empfindlichen Komponenten. Hier muss elektrostatische Aufladung verhindert werden.

Des Weiteren ist bei einer Vielzahl an Einsatzgebieten der Schutz vor thermischen Einwirkungen oder Feuchtigkeit und Witterung notwendig. Werden Arbeitsschuhe im Freien getragen, ist eine Isolierung ratsam. Jeder Arbeitsbereich, in dem ein Fußschutz notwendig ist, muss außerdem leicht erkennbar als solcher gekennzeichnet sein.

Besondere Formen von Sicherheitsschuhen sind sichtbar mit Piktogrammen gekennzeichnet und genau für dieses Einsatzgebiet geeignet. Beispiele hierfür sind:

  • Fußschutz für Schweißer, an denen sich im vorderen Bereich keine Elemente befinden dürfen, an denen flüssiges Metall haften könnte
  • Fußschutz für Arbeiten mit Spritzeinrichtungen, welcher idealerweise in Kombination mit Schutzgamaschen getragen wird und einem Druck von >250bar standhalten kann
  • Fußschutz gegen Kettensägenschnitte, mit dauerhaft am Schuh befestigtem Schutzmaterial, das je nach Kettensägengeschwindigkeit in verschiedene Schutzniveaus gegliedert wird
  • Fußschutz für Arbeiten an spannungsführenden Teilen, welche der elektrischen Klasse 00 (500 VAC oder 750VDC) oder Klasse 0 (1000 VAC oder 1500VDC) unterliegen
  • Fußschutz gegen Chemikalien, welcher gegen bestimmte Chemikalien schützt oder gegen bestimmte Stoffe hochwiderstandsfähig ist
  • Orthopädischer Fußschutz erfordert eine Zertifizierung sowie ein CE-Zeichen und unterliegt ebenso den Bestimmungen der DIN.

Die Sicherheitsschuhe werden je nach Einsatzgebiet durch folgende Schutzklassen unterschieden:

S1

Sicherheitsschuh mit Stahlkappe, ohne Feuchtigkeitsschutz

S2

Sicherheitsschuh mit Stahlkappe, mit Feuchtigkeitsschutz

S3

Sicherheitsschuh mit Stahlkappe und Stahlsohle, gegen Einwirkung von Feuchtigkeit sowie gegen Eintritt von scharfen oder spitzen Gegenständen geschützt

S4

Sicherheitsschuh mit Stahlkappe, wasserdicht ausgelegt sowie gegen Nässe und Schmutz geschützt

S5

Sicherheitsschuh mit Stahlkappe und Stahlsohle, wasserdicht ausgelegt und für Bereiche geeignet, in denen erhöhte Einwirkung von Flüssigkeiten, Nässe und Schmutz gegeben ist. Zusätzlich gegen Eintritt von scharfen oder spitzen Gegenständen geschützt.

 

Zusätzlich können im Bedarfsfall Schuhe mit besonderen Eigenschaften die richtige Wahl sein. Diese zeichnen sich durch Attribute wie

  • Wasserdichtheit (WR)
  • Knöchelschutz (AN)
  • Mittelfußschutz (M)
  • Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich (E)
  • Wärmeisolierung (HI)
  • Kälteisolierung (CI)
  • Leitfähigkeit (C)
  • Antistatische Isolierung (A)
  • Elektrische Isolierung (EN 50321)
  • Schnittfestigkeit (CR)
  • Kraftstoffbeständigkeit (FO)

aus. Durch eine entsprechende Kennzeichnung sind diese Eigenschaften jederzeit erkennbar. Zusätzlich müssen die Sohlen von Sicherheitsschuhen rutschhemmend ausgelegt und dabei eine der drei Bedingungen erfüllt sein:

  • Rutschhemmung auf Keramikfliesen
  • Rutschhemmung auf Stahlböden
  • Rutschhemmung auf Keramikfliesen und Stahlböden

In Kombination mit verschiedenen Schuhhöhen vom Halbschuh bis hin zum oberschenkelhohen Stiefel können dadurch alle erdenklichen Einsatzzwecke abgedeckt und jeder Arbeitsbereich mit optimalem Schutz versehen werden.

Der Schutz vor physischer Gefahreinwirkung auf die Füße sollte zwar im Vordergrund stehen, dennoch ist auf angenehmen Tragekomfort zu achten, um Erkrankungen vorzubeugen. Hier sollte zum Beispiel auf Aspekte wie Passform, Schuhform oder Verschluss geachtet werden. Bei erhöhtem Schweiß ist es außerdem ratsam, den Fußschutz täglich zu wechseln und gegebenenfalls ein zweites Paar zu verwenden.

Die Haltbarkeit von Sicherheitsschuhen kann durch sachgemäße Reinigung erhöht werden, jedoch sollte der Arbeitgeber einmal pro Jahr diese durch eine Neuanschaffung ersetzen. Bei Bedarf muss dies sogar öfter passieren.

Schuhe sollten nicht mehr weiter verwendet werden, wenn beispielsweise das Sohlenprofil abgelaufen ist, eine Naht offen liegt oder die Zehenklappen freiliegen. Der Schutz ist dann nicht mehr ausreichend gegeben und eine fachmännische Instandsetzung oder ein Neukauf wird fällig.

Mit sicheren Schritten

Arbeitsschuhe beziehungsweise Sicherheitsschuhe sind ein wesentlicher Bestandteil moderner Arbeitskleidung und in einer Vielzahl an Geschäftsfeldern nicht nur sinnvoll, sondern vorgeschrieben. Sie schützen Füße und Unterschenkel vor gefährlichen, äußerlichen Einwirkungen, verhindern Arbeitsunfälle und sind – vor allem bei längerer Dauer – angenehmer zu tragen als konventionelles Schuhwerk.

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