O-Ring kaputt? 9 mögliche Ursachen und was Sie dagegen tun können


Schadensbilder an O-Ringen

O-Ringe sind als Dichtungselement in fast allen Bereichen unersetzlich. Ein defekter O-Ring kann jedoch zu schweren Schäden an Maschinen und Fahrzeugen führen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über mögliche Ursachen und wie Sie diesen vorbeugen können.

Ursachen für Lecks

Nach längerem Gebrauch oder wenn die Dichtung gelöst wird, muss der O-Ring ausgetauscht werden. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass der O-Ring undicht wird. Manchmal dichtet das Produkt aber schon vor normalen Verschleißerscheinungen nicht mehr richtig ab. Wir zeigen Ihnen, was die häufigsten Ursachen dafür sind.

Allgemeine Tipps

Falsche Nutabmessung

Eine falsche Auslegung kann zu übermäßiger Belastung des O-Rings führen. Haben Sie nicht die passende Größe parat? Bestellen Sie in diesem Fall direkt den richtigen O-Ring und wählen Sie auf keinen Fall eine temporäre Lösung.

Zu hohe Verpressung

Bei hoher Beanspruchung des O-Rings können sich der innere und äußere Durchmesser dauerhaft verändern, weshalb ein Leck entstehen kann. Achten Sie darauf, den O-Ring für die optimale Dichtwirkung zwischen 10% und 30% zu verpressen.

Falsches Material

Nicht jedes Material ist für jede Anwendung geeignet. Arbeiten Sie mit hohen Temperaturen oder hohem Systemdruck? Hierfür gibt es speziell gefertigte O-Ringe.

O-Ring defekt? Wir wissen, warum.

Vergleichen Sie Ihren defekten O-Ring mit den Abbildungen. In der Erklärung daneben finden Sie den möglichen Grund für das Versagen und was Sie in diesem Fall tun können.

1. Extrusion

 

/Users/claireberkum/Downloads/extrusie.jpgSchadensbild: Tiefe Risse im Material.
Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um Extrusion. Das kann an zu hohem Druck oder dem diametralen Spiel liegen.

Lösung:
Wählen Sie ein Material, das eine größere Härte aufweist und daher hohem Druck besser standhält oder kontrollieren Sie die Toleranzen der Systemelemente.

 

 

2. Spiralfehler

 

/Users/claireberkum/Downloads/verdraaien-en-torderen.jpgSchadensbild: Tiefes, spiralförmiges Muster.
Bei dynamischen Anwendungen kann es vorkommen, dass ein O-Ring zu rollen beginnt. Der O-Ring dreht sich dann in sich und kann brechen. Der Schaden entsteht normalerweise durch zu wenig Montagefett, eine falsche Nut oder zu viel Kompression.

Lösung:
Verwenden Sie einen X-Ring. Der X-Ring ist der Nachfolger eines O-Rings und wurde speziell für den Einsatz in dynamischen Anwendungen entwickelt. Der X-Ring verfügt über eine geringere Reibungsfläche, was den Verschleiß verringert.

 

3. Bleibende Verformung

 

/Users/claireberkum/Downloads/compressieset.jpgSchadensbild: Abgeflachter Querschnitt. Nach einer Verpressung eines O-Rings kehrt der das Material normalerweise wieder schnell in seine Ausgangsform zurück. Bei lang andauernder Belastung oder wenn der Druck sehr hoch ist, verformt sich das Material jedoch und es kann zu einer Leckage kommen.

Lösung:
Wählen Sie ein Elastomer mit einem niedrigen Druckverformungsrest oder ein temperaturbeständigeres Material. Es gibt auch spezielle O-Ringe, die besonders starker Verpressung standhalten.

Hinweis: Der Druckverformungsrest kann auch durch eine falsche Nutabmessung beeinflusst werden!  

 

4. Abrieb

 

../../../../../Desktop/Schermafbeelding%202017-02-17%20om%2009.50.42.pngSchadensbild: Platte Oberfläche mit Kratzern oder Schleifspuren auf der einen Seite.Weist Ihr O-Ring diese Anzeichen auf, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Wenn beispielsweise das Material zu rau ist, kann es zu Abreibungen am Material kommen. Das Gegenteil ist auch möglich: Zu glatte Oberflächen führt zu unzureichender Schmierung und erzeugt Reibung. Die Abnutzungserscheinung können auch von zu hohen Temperaturen oder Verschmutzungen im System herrühren.

Lösung: 
Kontrollieren Sie, ob die Metalloberfläche richtig bearbeitet ist. Sorgen Sie darüber hinaus für eine ausreichende Schmierung und überwachen Sie das System, um Verschmutzungen vorzubeugen. Wählen Sie ein Material, das für die Systemtemperatur geeignet ist.

 

5. Luft- und Lichteinwirkung

 

../../../../../Downloads/ozon.jpgSchadensbild: Kleine Risse, die beim Dehnen sichtbar werden.Wenn ein O-Ring über längere Zeit Sonnenlicht oder verschmutzter Luft ausgesetzt, verschleißt er schneller. Es bilden sich dann Risse senkrecht zur Dehnrichtung.

Lösung:
Es gibt spezielle ozonbeständige Materialien, wie zum Beispiel HNBR, EPDM und Viton.

 

 

6. Überhitzung

 

../../../../../Downloads/oververhitting.jpgSchadensbild: Risse und Versprödung. Nicht jedes Material ist für hohe Temperaturen geeignet. Wenn der O-Ring zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist, kann es zu Rissen und Verformungen kommen.

Lösung: Wählen Sie einen O-Ring aus temperaturbeständigem Material, wie zum Beispiel Silikon oder FKM. Diese Stoffe bringen sogar bis 327 °C zuverlässige Leistung.

 

 

 

7. Chemisches Versagen

 

../../../../../Desktop/Schermafbeelding%202017-02-17%20om%2011.37.12.pngSchadensbild: Kleine Risse, Blasen, Verfärbung oder chemisches Quellen/Schrumpfen. Möglicherweise ist Ihr O-Ring nicht für die chemikalischen Anforderungen ausgelegt. In diesem Fall können Chemikalien die Weichmacher aus dem O-Ring entziehen, wodurch dieser brüchig werden oder reißen kann.

Lösung: Wählen Sie einen O-Ring aus einem Werkstoff, der gegen Chemikalien beständig ist, wie zum Beispiel HNBR oder NBR.

 

 

8. Montagefehler

 

../../../../../Downloads/installatieschade.jpgSchadensbild: Kleine Schnitte, Kerben oder oberflächliche Beschädigungen am O-Ring. Es ist wichtig, dass der O-Ring korrekt eingesetzt wird, denn sonst laufen Sie Gefahr, den Ring zu beschädigen.

Lösung:
Sorgen Sie dafür, dass alle scharfen Ecken und Kanten entfernt wurden, bevor Sie den O-Ring montieren. Achten Sie dabei darauf, das korrekte Werkzeug und ausreichend Schmiermittel zu verwenden.

 

 

9. Explosionsdekompression

 

../../../../../Downloads/ead.jpgSchadensbild: Aufgeplatztes Material und Blasen. Sie haben es mit einer Explosion zu tun. Unter hohem Druck können Gase in das Material des O-Rings eindringen. Wenn der Druck wieder abnimmt, kann das Gas nicht entweichen, weshalb die Oberfläche aufplatzt. Diese Umstände kommen häufig in der Öl- und Gasindustrie vor.

Lösung: Wählen Sie einen O-Ring, der für die Öl- und Gasindustrie geeignet ist. Verlängern Sie darüber hinaus die Dekompressionszeit und erhöhen Sie den Härtegrad von 80 nach 95 Shore.

 

Fazit

Es gibt zahlreiche Ursachen für einen defekten O-Ring. Untersuchen Sie diesen deshalb gründlich, um die beste Variante zu finden. So umgehen Sie Stillstandzeiten von Maschinen und sparen sich die dadurch entstehenden Kosten.