Kennzeichnungen für Kugellager: Endlich verständlich


Unsicher, was die Kennzeichnung auf Ihrem Lager bedeutet? Finden Sie in diesem Artikel alle gängigen Kodierungen für Kugellager übersichtlich aufgelistet und erklärt!

Lager sind essentielle Bestandteile in allen Produktionsanlagen und Maschinen. Sie sorgen dafür, dass sich verschiedene Bestandteile eines Systems besser gegeneinander bewegen können, indem sie Reibung verringern. Die Bewegung eines Lagers ist eine Rotation oder eine Linearbewegung, je nachdem, ob eine Linear- oder Drehbewegung verbessert werden soll. Dabei gibt es verschiedene Arten von Lagern, die sich je nach Form oder Bewegungsrichtung unterscheiden. Und je nach ihren spezifischen Eigenschaft sind Lager verschieden kodiert. 

Kugellager

Ein Kugellager besteht aus einem Innenring, einem Außenring und einem Zwischenstück mit einer oder zwei Kugelreihen. Die Kraft kann wie bei einem Radial-Rillenkugellager direkt auf das Lager gerichtet sein oder parallel zur Welle durch das Lager laufen.

Meist handelt es sich um ein sogenanntes Rillenkugellager. Ein Rillenkugellager hat beidseitig (Innenring und Außenring) eine wesentlich tiefer liegende Nut im Lagergehäuse, welche dafür sorgt, dass die Kugeln nicht aus ihrer Position rutschen.

Diese Art von Lager kann bei nahezu jeder Geschwindigkeit eingesetzt werden und ist sowohl für radiale als auch für axiale Belastung geeignet. Selbsteinstellende Kugellager haben dabei keine Nut im Lagergehäuse. 

Die richtige Kodierung: Einfach entziffert

Beim Entziffern der Kodierung kann auch der Fachmann manchmal ins Schwitzen kommen. Hier finden Sie die Kennzeichnungen übersichtlich aufgelistet.

Die erste Ziffer oder der erste Buchstabe der Kennzeichnung gibt jeweils an, um welchen Typ Lager es sich handelt:

CodeBedeutung
0Zweireihiges Schrägkugellager
1Selbsteinstellendes Kugellager
2Wälzlager
3Kegellager
4Zweireihiges Rillenkugellager
5Axialkugellager
6Rillenkugellager
7Schrägkugellager
8Axial-Zylinderrollenlager 
NZylinderlager

Kennzeichnungen für Kugellager

Auf die Lagersorte folgt ein Nachsatz, der die Lagereigenschaften beschreibt. Dieser kann sich beispielsweise auf die Dichtart oder Luftgruppe beziehen.

Die Kennzeichnungen können je nach Marke, wie zum Beispiel SKF oder FAG, verschieden sein. In unserer Übersicht finden Sie deshalb auch den Markennamen aufgelistet:

2RS/ 2RS1 (SKF)/ 2RSR (FAG)Dichtscheibe auf beiden Seiten des Lagers.Am Innenring schleifende Dichtung.Das Lager ist mit Fett gefüllt und in der Regel wartungsfrei. Verwendung, wenn Feuchtigkeit, Spritzwasser nicht ausgeschlossen werden können. Die Dichtungen sind aus Elastomer-Werkstoffen (meist NBR) gefertigt und meist mit einer Stahlblechscheibe armiert.
2RSH (SKF)Verbesserte 2RS-Kunststoff-Dichtung, auf beiden Seiten des Lagers. Zweilippen-Dichtung, daher verbesserte Dichtwirkung gegenüber 2RS1, 2RSR, 2RS.Die Dichtlippen berühren den Lager-Innenring
2RZReibungsarme, stahlblecharmierte Dichtscheiben aus dem Werkstoff NBR (Kunststoff) auf beiden Seiten des Lagers
2Z (SKF, INA)/ 2ZR (FAG)/ ZZ (Sonstige)Nicht schleifende Deckscheibe, idR. aus Stahlblech, auf beiden (2Z bzw. ZZ) Seiten des Lagers. Verwendung, wenn Verschmutzungsgefahr gering und Reibungsfreiheit ausschlaggebend ist. Spalt-Dichtung, ausgeführt mit langem Dichtspalt an der Innenringschulter oder Labyrinthdichtung über Eindrehung an Innenringschulter. 2Z-Lager sind ab Werk montagefertig mit Fett gefüllt
ABECIn der ABEC-Skala werden Toleranzklassen für die Fertigung von Kugellagern festgelegt. Eine höhere Zahl entspricht geringeren Fertigungstoleranzen des Lagers.

ABEC-SkalaDIN620
ABEC 1P0
ABEC 3P6
ABEC 5P5
ABEC 7P4
ABEC 9P2
CN (DIN 620-4:2004)

C0 (alt)

Radiale Lagerluft normal, in unbelastetem Zustand. Dieser Nachsetzbuchstabe wird in der Regel nicht angeschrieben, da er Standard ist. Für “normale” Passungen sowie “normale” Betriebsbedingungen geeignet. Bei Rillenkugellagern von 18 – 30 mm Bohrung beträgt die Standard-Lagerluft 5 bis 20 µm.Für spezielle Anwendungen ist die Lagerluft genauer spezifiziert:CNH: Lagerluft ist in oberer Hälfte der LuftklasseCNL: Lagerluft ist in unterer Hälfte der LuftklasseCNR: Lagerluft ist eingeengt gem. “Ringe gepaart”
C2Luftgruppe: Radiale Lagerluft kleiner als normal
C3Luftgruppe: Radiale Lagerluft ist größer als normal. Aus Bestand ist C3 für viele Typen lieferbar.Anwendung z.B. bei stark erwärmtem Lager, für das wegen Wärmedehnung ein noch ausreichendes Spiel im Betrieb nötig ist. Bei kleinen Rillenkugellagern bedeutet C3 etwa 1/100 mm höhere Lagerluft
C4Luftgruppe: Radiale Lagerluft noch größer als C3. Falls in C4 nicht lieferbar, können Lager ggf. auf C4 umgeschliffen werden
FMassivkäfig aus Stahl
G..SKF-Schmierfett-Kennzeichnung
HSchnappkäfig aus Stahlblech, gepresst und gehärtet
JStahlblechkäfig. Der Nachsatz “J” wird nur angeschrieben, falls der Stahlblechkäfig bei der Lagerbauart nicht der Standardkäfig ist. Beispiel: Zylinderrollenlager
KLager hat Innenring mit kegeliger Bohrung. Kegel 1:12.
MMassivkäfig aus Messing
N1. Ringnut im Mantel des Außenrings
2. bei INA Spannlagergehäusen: Gussgehäuse mit Nuteinstich für Schutzkappen
PDichtring auf einer Seite des Lagers
P0, PNNormaltoleranz. Wird in der Regel nicht im Nachsatz angeschrieben.Toleranzen zu Innenring, Außenring, Lagerbreite und Breite der Ringe werden in sogenannten Toleranzklassen erfasst. Damit soll in erster Linie die Austauschbarkeit und Gleichartigkeit von Lagern sichergestellt werden.
P4Lager mit sehr hoher Maß-, Form- und Laufgenauigkeit, genauer als P5
P5Lager mit besonders hoher Maß-, Form- und Laufgenauigkeit, genauer als P6
P6Lager mit erhöhter Maß-, Form- und Laufgenauigkeit. Genauer als Normaltoleranz
PPDichtring auf beiden Seiten des Lagers
RSDichtscheibe auf nur einer Seite des Lagers, siehe 2RS für beidseitige Dichtung
SPendelrollenlager: Schmierbohrungen in der umlaufenden Außenring-Nut. Siehe auch W33 bei FAG, NKE-Lagern
S0Lagerringe, wärmebehandelt bis +150°C
S1Lagerringe, wärmebehandelt bis +200°C
S2Lagerringe, wärmebehandelt bis +250°C
S3Lagerringe, wärmebehandelt bis: +300°C
TNKäfig aus Polyamid
TN9Schnappkäfig aus Polyamid, kugelgeführt. Kostengünstig, daher oft Standardkäfig
TNHKäfig aus Polyetheretherketon (PEEK), geeignet für besondere Anforderungen
YKäfig aus Messingblech
ZDeckscheibe nur auf einer Seite des Lagers.Beidseitig abgedeckte Lager haben die Bezeichnung “2Z”
ZWzweireihiges Nadellager
ZZDeckscheibe auf beiden Seiten des Lagers: siehe 2Z

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